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Allgemein | 08.07.2026

30 Jahre Hasenclevergesellschaft

Programm der Feier aus Anlass des 30-jährigen Bestehens der Walter – Hasenclever – Gesellschaft

Begrüßung
Axel Schneider, Vorsitzender der WHG

Grußwort
Heinrich Brötz, Beigeordneter für Bildung, Jugend und Kultur der Stadt Aachen

Grußwort
Hilde Scheidt, ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Aachen

Axel Schneider
Blick auf die Geschichte der WHG

Szenische Lesung ANTIGONE mit Musik
Vom Grenzland-Theater: Sarah Flechtker, Stephan Weigelin, Rijk Willems

Das vollständige Programm finden Sie auch hier zum Download.

30 Jahre Walter-Hasenclever-Gesellschaft und Literaturpreis der Stadt Aachen

Schon vor 1996 verlieh die Stadt Aachen in unregelmäßigen Abständen einen Hasenclever-Preis. Als finanzielle Kürzungen die Existenz dieser Auszeichnung gefährdeten, wurde am 26. April 1996 diese Gesellschaft gegründet, um alle zwei Jahre die Vergabe des Literaturpreises finanziell und damit das Andenken an Walter Hasenclever in der Öffentlichkeit bewahren zu können. Walter Hasenclever ist der bedeutendste Dichter Aachens, deshalb war es folgerichtig und sinnvoll, dass die Gesellschaft von der Stadt Aachen gemeinsam mit der RWTH Aachen, dem dortigen Germanistischen Seminar, dem Buchhandel und dem Förderverein des Einhard-Gymnasiums, Hasenclevers ehemaliger Schule, gegründet wurde.

Bei der Gründungsversammlung waren unter anderem mit Professor Breuer, Bert Kasties und Jürgen Lauer drei spätere Vorsitzende der Gesellschaft dabei. Auch der langjährige Leiter des Aachener Kulturbetriebs Olaf Müller zählte zu den Anwesenden. Die Gesellschaft nahm eine positive Entwicklung, auch was die finanzielle Ausstattung des Preises betraf, denn wenige Jahre später kam das Literaturarchiv Marbach, das den Nachlass unseres Dichters und die Stiftung der Witwe pflegt, als Geldgeber dazu.

Alle fünf Institutionen entsenden in die Jury eine Vertreterin oder einen Vertreter, ergänzt durch zwei Persönlichkeiten der Aachener Öffentlichkeit. Seit einigen Jahren sind das Herr Thomas Thelen und Frau Hilde Scheidt.

Zu den in über 30 Jahren Ausgezeichneten gehören Herta Müller und Elfriede Jelinek, zwei mit dem Nobelpreis für Literatur bedachte Persönlichkeiten. Die Qualität der Entscheidungen von Christoph Hein bis zu Marica Bodrozic, von Oskar Pastior bis zu Michael Lentz beweist die umsichtige Arbeit der Jury über Jahrzehnte hinweg. Wir sehen eine breite Mischung an Denkerinnen und Denkern, die die Frage beantworten: Was ist moderne und herausfordernde Literatur heute im Sinne Hasenclevers?

Auf unserer Homepage finden Sie diese Geschichte der WHG und die Vorstellung der Preisträgerinnen und Preisträger in aller Ausführlichkeit. Jürgen Lauer hat über viele Jahre diese Texte verfasst, er war nicht nur an dieser Stelle der entscheidende Mann für das angemessenen Gedenken und die Lebendigkeit der Auseinandersetzung mit dem Werk Hasenclevers. Für die letzten vier Jahre haben Johannes Rohe und ich die zentralen Informationen gesammelt und formuliert. Sie können heute Abend auch einen Blick in die Jahrbücher der Gesellschaft werfen, die über 20 Jahre Texte nicht nur rund um den Preis zu Hasenclevers Werk und Leben vorstellten.

Ein besonderer Dank an dieser Stelle an Professor Breuer, der anlässlich des 100. Geburtstages Hasenclevers die wissenschaftliche Ausgabe der Werke betreute und als erster Vorsitzender der Gesellschaft wichtige Impulse gab. Der Stadt Aachen ist gleichfalls für die Organisation der Preisverleihung vor Ort zu danken. Die Zusammenarbeit mit Herrn Müller war für alle Vorsitzenden eine Freude.

Warum ist der Dichter Hasenclever, der 1917 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde und in den zwanziger Jahren einer der meistgespielten Theaterautoren war, selbst in seiner Heimatstadt nicht bekannter? Dabei gab und gibt es immer wieder Impulse der WHG, um auf ihn aufmerksam zu machen: Viele von Ihnen kennen die Hasenclever-Plastik am Löhergraben, die von Bonifatius Stirnberg geschaffen wurde und deren Finanzierung auch durch die Spenden einiger Anwesender heute Abend möglich wurde. Jürgen Lauer ließ da nicht locker. Die Tafel „Wege gegen das Vergessen“ erinnert direkt an der Wand des Cafe Vers an Leben und Sterben Hasenclevers. Junge Menschen im Einhard-Gymnasium beschäftigen sich mit seinem Werk, eine erste Facharbeit in der Oberstufe wurde jetzt über ihn geschrieben. Wenn alle zwei Jahre der Preis verliehen wird, dann machen die Aachener Zeitung und der WDR auf die aktuellen Ausgezeichneten aufmerksam. Schön ist es, dass zum Beispiel 2025 Daniela Krien in ihrer Dankesrede auf Hasenclevers „Antigone“ einging. Auch Norbert Scheuer, Preisträger 2023, setzte sich mit diesem pazifistischen Stück auseinander, das besondere Aktualität besitzt. Wir können festhalten: Alle Preisträgerinnen und Preisträger diskutierten in ihren Dankesreden das literarische und gesellschaftspolitische Erbe Hasenclevers.

In den letzten Jahren wurde die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen intensiviert: Das Katechetische Institut unter der Leitung von Doktor Schüller veranstaltet mit der WHG regelmäßig Lesungen mit renommierten Autoren wie Judith Hermann oder Volker Weidermann, die von Doktor Schüller und mir vorbereitet und moderiert werden. Freuen Sie sich jetzt schon auf den Monat September. Ferner ist das Grenzlandtheater mit uns verbunden, die Museen in Aachen, das Stadttheater und die Lasker-Schüler-Gesellschaft. Ein besonderer Dank an den Kulturbetrieb Aachen, der uns mit Dezernent Heinrich Brötz und seinen Mitarbeitern seit Jahren hilft.

Ich freue mich, dass in den vergangenen Monaten die Schauspieler des Grenzland-Theaters Sarah Flechtker und Stephan Weigelin für den heutigen Abend eine szenische Lesung aus der „Antigone“ vorbereitet haben. Die Musik hat Rijk Willems komponiert. Freuen Sie sich auf einen innovativen Zugang zu diesem klassischen Stoff, der in der sophokleischen Fassung oft gespielt wird. Hier können neue Akzente gesetzt werden, die zum Gespräch einladen. Deshalb an dieser Stelle bereits die herzliche Einladung auf ein Glas Sekt nach der Lesung. Unser Dank geht an Herrn Olaf Müller und Frau Irit Tirtey, die uns heute Abend im Namen der Stadt dazu eingeladen haben.

Jetzt freuen wir uns auf die Lesung aus der „Antigone“, Sie werden überrascht sein, was hier möglich ist. Hoffentlich gibt es bald mehr Aufführungen von Hasenclevers Lustspielen oder den Werken seiner expressionistischen Phase.

Ich wünsche uns einen unterhaltsamen und anregenden Abend.

Axel Schneider 19.5.2026

Vorbericht der Aachener Zeitung

Zum 30. Jahrestag der Gründung der Hasenclever-Gesellschaft hat die Aachener Zeitung eine ausführliche Würdigung veröffentlicht.