Aktuelles und Termine

Der Vorstand informiert in seinen Mitgliederrundbriefen über die Aktivitäten der Gesellschaft. Den aktuellen Rundbrief von Mai 2026 finden Sie hier auch als Download.

30 Jahre Hasenclever-Gesellschaft

Zu Beginn des Sommers wollen wir dreißig Jahre Hasenclever-Gesellschaft gemeinsam feiern:

  • Am 4. Juli 2026, 18.30 Uhr im SPACE im Ludwigforum um 18.30 Uhr.

Dort wird Herr Schneider auf die Geschichte unserer Gesellschaft zurückblicken.

Die Schauspieler Sarah Flechtker und Stephan Weigelin vom GRENZLANDTHEATER werden dann gemeinsam mit dem Musiker Rijk Willems Ausschnitte aus Hasenclevers ANTIGONE als szenische Lesung präsentieren.
Danach laden wir Sie zu einem Glas Sekt und Gespräch ins Ludwigforum ein.

 

Lesungen

In Zusammenarbeit mit dem Katchetischen Institut finden zwei Lesungen statt, die erneut von Alexander
Schüller und Axel Schneider gemeinsam vorbereitet und moderiert werden:

  • Am 11. September mit Uwe Neuwirth zu seinen Büchern über die Nürnberger Prozesse und die Literaturcafés in Paris während des Zweiten Weltkriegs.
  • Am 24. September mit Harald Jähner über seine Bücher zur deutschen Nachkriegs-Geschichte: ZEIT DER WÖLFE und WUNDERLAND.
2026 04 22 dr Rocchi

AUF WIEDERSEHEN IN FLORENZ –

DR. FEDERICA ROCCHI BERICHTET VON DEUTSCHEN EXILANTEN ZWISCHEN 1933 UND 1945 IN ITALIEN

Zum ersten Mal nahm die WHG in diesem Jahr mit einem eigenen Beitrag am Begleitprogramm des Karlspreises 2026 teil. Kooperationspartner waren das Katechetische Institut mit Dr. Alexander Schüller, die Stadt Aachen und der internationale Karlspreis mit Olaf Müller und die jüdische Gemeinde.

Dr. Rocchi von der Universität in Perugia, die für ihre Monografie über deutsche Emigrantenliteratur in Italien 2022 eng mit Jürgen Lauer, dem ehemaligen Vorsitzenden der WHG, zusammengearbeitet hatte, berichtete am Samstag 18. April im Auditorium des CENTRE CHARLEMAGNE von den Schicksalen jüdischer Autorinnen und Autoren, die im faschistischen Italien bis 1938 verhältnismäßig unbehelligt leben konnten, dann aber nach Übernahme der deutschen Rassegesetze verfolgt und ausgewiesen wurden.

Frau Rocchi schilderte auch das Schicksal und die Verhaftung Hasenclevers, der in der Nähe von Florenz ein Landgut besaß, aber nach einem Gefängnisaufenthalt traumatisiert nach Frankreich floh. Heinrich Himmler hatte anlässlich des Staatsbesuches von Adolf Hitler in Italien 1938 die Verhaftung von 500 deutschen Flüchtlingen mit einer namentlichen Liste gefordert.

In zweijähriger Arbeit hatte die italienische Literaturwissenschaftlerin auch das Landschulheim in Florenz in ihre Forschungen einbezogen, in dem fast 100 jüdische Kinder bis 1938 unterrichtet wurden. Von der italienischen Zivilbevölkerung gab es für dieses Schulprojekt mutige und unbürokratische Unterstützung. Der Historiker Klaus Voigt hat in seinem Werk ZUFLUCHT AUF WIDERRUF die Ängste der Exilanten expliziert: Wo kann ich Arbeit finden? Werde ich doch auf deutschen Druck aus Italien ausgewiesen? Wie kann ich meine Familie und mich ernähren? Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs und dem Stahlpakt zwischen Italien und Deutschland wurde die Situation der jüdischen Mitbürger unhaltbar – so wurden zum Beispiel Lager eingerichtet, die auf d ie Deportation vorbereiteten.

Frau Dr. Rocchi machte in ihrem in die Tiefe gehenden Vortrag auf diese Verbrechen und Schicksale aufmerksam und erläuterte nach ihren Ausführungen in einer lebhaften Diskussion den historischen und literarischen Kontext. Max Krell und Alice Berend sind die Namen von zwei bedeutenden Persönlichkeiten, die dem Vergessen für einen kurzen Moment entrissen wurden. Ein lebendiger Abend mit einer gewinnenden Referentin!

 

Der Dank der WHG geht auch an Olaf Müller, der für das Begleitprogramm die Bedeutung dieses besonderen inhaltlichen Akzents durch Dr. Federica Rocchi hervorhob, und an Axel Schneider, den Vorsitzenden der WHG, der die Veranstaltung moderierte.

Den Bericht können Sie auch hier downloaden.

Axel Schneider 21.4.2025
skulptur 03

Bonifatius Stirnberg, der Schöpfer der Hasenclever-Skulptur an der Barockfabrik, ist im Alter von 92 Jahren verstorben. Eine Würdigung seines Werkes finden Sie in der Aachener Zeitung vom 20.10.2025