2001

2001

Zwei Hasenclever-Aufführungen

Die WHG kaufte im Januar eine Vorstellung des Schauspiels, mit dem Hasenclever einst weltweit Aufsehen erregte und das wegen angeblicher Gotteslästerung gerichtlich verfolgt wurde: „Ehen werden im Himmel geschlossen“, aufgeführt im Theater 99 von der Theatergruppe „Statt Theater“, zum verbilligten Eintritt für Mitglieder. (Der nebenstehende Titel ist die Erstausgabe von 1928)

Am 31. Mai wurde wieder öffentlich zu einer literarisch-musikalischen Veranstaltung eingeladen.
Das Theater K bot ein szenisches Spiel des Hasenclever-Lustspiel „Münchhausen“.
Zu diesem Stück, das die melancholische Liebesbeziehung des alten Münchhausen zu einer blutjungen Frau zum Thema hat,  hatte ihm sein Freund Kurt Tucholsky aus Schweden 1934 geschrieben:
Es ist…allerbester Hasenclever vom feinsten Jahrgang. Das ist eine Meisterleistung.“
Zu dieser Lesung  spielte eine Jazzformation des Einhard-Gymnasiums.

 

 

Schenkung von Edith Hasenclever für Aachen

Die Jahreshauptversammlung im Oktober fand im Suermondt-Ludwig-Museum statt. Dies war damit verbunden, dass eine großzügige Schenkung von Edith Hasenclever gezeigt werden sollte:
Eine Reihe von Gemälden des bedeutenden Malers Heinrich Maria Davringhausen gingen in den Besitz der Stadt über.
Hasenclever und Davringhausen waren befreundet und mussten das Schicksal von Emigranten teilen, bis zur gemeinsamen Internierung im Lager Les Milles bei Aix-en-Provence..

Davringhausen (1894-1970), in Aachen geboren, gehörte zur Avantgarde der expressionistischen Kunst.

1932 verließ er mit seiner jüdischen Frau Deutschland, und nach Jahren des Aufenthalts  in Spanien flüchtete er vor dem Spanischen Bürgerkrieg nach Südfrankreich.
Auch nach dem Krieg blieb er in Haut-de-Cagnes wohnen und hielt mit Edith Hasenclever den Kontakt aufrecht.

Im Roman „Die Rechtlosen“ hat ihm Hasenclever ein dichterisches Denkmal gesetzt:
Er war der Gewitzigste von uns allen. Mit einer erstaunlichen Portion Glück.“

Der stellvertretende Leiter des Suermondt-Ludwig-Museums Dr. Adam C. Oellers (auf dem Foto links) führte in das Werk des Malers ein.
Dazu trug Julia Krämer, begleitet von Hilmar Fries am Flügel, Lieder aus den zwanziger Jahren von Brecht, Kreisler, Tucholsky und Kästner vor.

Foto: Harald Krömer

 

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